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    Fieber bei Kindern: Wann ist es gefährlich – und wann einfach nur lästig?

    Elternteil misst bei einem Kind Fieber mit einem Thermometer

    Dieser Blog bietet ausschließlich Tipps, Tricks und Hinweise und ersetzt keinen Arztbesuch. Bei schwerwiegenden Symptomen sollte immer ein Arzt aufgesucht werden.

    Auf einen Blick

    • Fieber selbst ist meist harmlos — entscheidend sind Verhalten, Alter und Begleitsymptome deines Kindes.
    • Sofort 112 anrufen bei: Säuglinge unter 3 Monate ab 38 °C, Fieberkrampf, steifem Nacken, Atemnot, Hautflecken, Bewusstlosigkeit.
    • Sonst: 116 117 (Bereitschaftsdienst) oder Kinderarzt am nächsten Tag — wenn dein Kind trinkt und ansprechbar ist, darfst du abwarten.
    Inhaltsverzeichnis
    1. Ist Fieber bei meinem Kind gefährlich?
    2. Welche Alarmzeichen brauchen sofort den Notarzt?
    3. Wann reicht ein Anruf am nächsten Tag?
    4. Was tun bei einem Fieberkrampf?
    5. Wann ist die Temperatur, wann das Verhalten wichtiger?
    6. Was der Kinderarzt von dir wissen will
    7. Häufige Fragen zu Fieber bei Kindern
    8. Ab welcher Temperatur spricht man bei Kindern von Fieber?

    Es ist 2 Uhr nachts. Dein Kind glüht, das Thermometer zeigt 39,8 °C. Es wimmert, will nicht trinken, und du fragst dich: Muss ich jetzt in die Notaufnahme – oder reicht es, morgen früh beim Kinderarzt anzurufen?

    Fast alle Eltern kennen diese Situation – und fast alle stellen sich dieselbe Frage. Das Wichtigste vorweg: Fieber ist eine Schutzreaktion, kein Feind. Was wirklich zählt, ist nicht die Zahl auf dem Thermometer, sondern das Verhalten deines Kindes und ein paar konkrete Alarmzeichen. In den meisten Fällen reichen Beobachten, Trinken und Ruhe. In wenigen Fällen musst du sofort handeln – die Anzeichen liest du gleich.

    Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Unsicherheit oder im Notfall wende dich an den Notruf 112, den ärztlichen Bereitschaftsdienst 116 117 oder deinen Kinderarzt.

    Ist Fieber bei meinem Kind gefährlich?

    Fieber selbst ist meistens nicht gefährlich – es ist eine sinnvolle Abwehrreaktion des Körpers. Bei sonst gesunden Kindern schadet Fieber nicht und übersteigt selten 41 °C. Gefährlich wird es nur durch die Erkrankung dahinter oder durch klar definierte Alarmzeichen wie Atemnot, Bewusstseinstrübung oder einen steifen Nacken.

    Die 2025 veröffentlichte S3-Leitlinie der DGKJ ist hier eindeutig: Der Körper hebt die Temperatur, um Viren und Bakterien schlechter wachsen zu lassen. Das Immunsystem arbeitet effizienter. Genau deshalb ist die richtige Frage nie: „Wie hoch ist das Fieber?" – sondern: „Wie geht es meinem Kind insgesamt?"

    Ein Kind mit 39,5 °C, das fröhlich Spielzeug zerlegt, ist seltener ein Notfall als ein Kind mit 38,5 °C, das teilnahmslos auf der Couch hängt. Verhalten schlägt Temperatur.

    Welche Alarmzeichen brauchen sofort den Notarzt?

    Diese Symptome bedeuten: Notruf 112 oder direkt in die Kinder-Notaufnahme. Sie sind unabhängig vom Temperaturwert – auch ein Kind mit „nur" 38,5 °C kann hier ein Notfall sein.

    Sofort 112 oder Kinder-Notaufnahme:

    • Säugling unter 3 Monaten mit Temperatur ab 38,0 °C – immer, ohne Ausnahme
    • Fieberkrampf – Zuckungen, starre Augen, Bewusstseinsverlust
    • Steifer Nacken – Kind kann das Kinn nicht zur Brust ziehen (Verdacht auf Hirnhautentzündung)
    • Hautausschlag, der sich nicht wegdrücken lässt – Glas auf die Stelle drücken; bleibt der Fleck sichtbar, kann eine Sepsis oder Meningokokken-Infektion vorliegen
    • Atemnot oder sehr schnelle Atmung – Nasenflügeln, Einziehungen zwischen den Rippen
    • Nicht mehr ansprechbar, apathisch, verwirrt oder schwer zu wecken
    • Schrilles, ungewöhnliches Schreien bei Säuglingen
    • Lippen oder Haut bläulich verfärbt

    Du brauchst keine Hemmungen zu haben, in solchen Fällen den Notruf zu wählen. Die Leitstellen sind genau dafür da. Lieber einmal zu oft anrufen als einmal zu wenig.

    Wann reicht ein Anruf am nächsten Tag?

    Nicht jedes Warnsignal ist ein Notfall. Bei den folgenden Symptomen reicht es meist, am selben Tag den Kinderarzt aufzusuchen oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117 anzurufen – kein Notruf, aber auch kein Aufschub bis übermorgen:

    • Fieber über 3 Tage ohne erkennbare Besserung
    • Kind trinkt deutlich weniger oder zeigt Zeichen von Austrocknung (wenig Urin, trockene Lippen, keine Tränen beim Weinen)
    • Wiederholtes Erbrechen oder Durchfall in Kombination mit Fieber
    • Ohrenschmerzen oder starke Halsschmerzen
    • Fieber, das nach einer ruhigen Phase erneut deutlich ansteigt
    • Kind ist quengelig und schlapp, aber keine akuten Alarmzeichen

    38,7°C um 02:14, und um 04:30 wieder?

    Du musst dir das nicht merken. Mona protokolliert Fieber, Medikamente und Schlaf in 10 Sekunden, und dein:e Partner:in sieht es sofort.

    Was tun bei einem Fieberkrampf?

    Ein Fieberkrampf ist der Albtraum vieler Eltern – und gleichzeitig erstaunlich häufig. Etwa 3–5 % aller Kinder erleben mindestens einen Fieberkrampf, meist zwischen dem 6. Lebensmonat und dem 5. Lebensjahr. Das Kind verkrampft plötzlich, die Augen verdrehen sich, Arme und Beine zucken rhythmisch. Die meisten Krämpfe dauern unter 5 Minuten.

    So gehst du vor:

    1. Ruhe bewahren – so schwer das ist
    2. Kind auf eine weiche Unterlage legen, nichts in den Mund stecken
    3. Stabile Seitenlage, damit Speichel und Erbrochenes abfließen können
    4. Zeit stoppen – die Dauer ist die wichtigste Information für den Arzt
    5. Nach dem Krampf: immer ärztlich abklären lassen, beim ersten Krampf direkt den Notruf

    Wichtig: Ein Fieberkrampf sieht dramatisch aus, ist aber medizinisch in den allermeisten Fällen harmlos und hinterlässt keine bleibenden Schäden. Trotzdem: Jeder erste Fieberkrampf muss ärztlich untersucht werden. Dauert der Krampf länger als 5 Minuten, immer sofort 112.

    Wann ist die Temperatur, wann das Verhalten wichtiger?

    Die Temperatur ist ein einzelner Wert. Das Verhalten ist der Verlauf – und der ist medizinisch fast immer aussagekräftiger. Kinderärzte achten besonders auf vier Dinge:

    • Wie schnell steigt das Fieber? Rasante Anstiege deuten eher auf bakterielle Infekte hin.
    • Reagiert das Fieber auf Maßnahmen? Sinkt die Temperatur nach Fiebersaft kurz, ist das ein gutes Zeichen.
    • Steigt es nach Besserung erneut an? Das kann auf eine Zweitinfektion hindeuten.
    • Wie verhält sich das Kind zwischen den Fieberschüben? Trinkt, spielt, schläft es zwischendurch?

    Tipp: Miss morgens und abends – und immer dann, wenn dein Kind sich auffällig fühlt. Notiere Uhrzeit, Temperatur und Messmethode. Wenn du Medikamente gibst, halte Wirkstoff, Dosis und Zeitpunkt fest. Diese Verlaufskurve ist beim nächsten Arztbesuch Gold wert.

    Was der Kinderarzt von dir wissen will

    In der Praxis fragt der Arzt fast immer dieselben vier Dinge. Wer sie beantworten kann, hilft enorm:

    • Seit wann hat das Kind Fieber?
    • Wie hat sich die Temperatur entwickelt – steigt, sinkt, plateau?
    • Welche Medikamente wurden wann gegeben?
    • Wie verhält sich das Kind zwischen den Fieberschüben?

    Häufige Fragen zu Fieber bei Kindern

    Ab welcher Temperatur spricht man bei Kindern von Fieber?

    Bei Kindern gilt rektal gemessen ab 37,5 °C als erhöhte Temperatur und ab 38,5 °C als Fieber. Bei axillärer Messung (unter der Achsel) liegt der Wert oft 0,5 °C niedriger und ist ungenauer. Bei Säuglingen unter 3 Monaten ist jede Temperatur ab 38,0 °C ein Grund, sofort den Arzt zu kontaktieren.

    Soll ich Fieber bei meinem Kind senken oder zulassen?

    Nicht das Fieber an sich muss gesenkt werden, sondern das Leiden des Kindes. Wenn dein Kind trinkt, schläft und ansprechbar ist, brauchst du keine Fiebermittel. Quält das Fieber dein Kind sichtbar (Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Unruhe), helfen Paracetamol oder Ibuprofen – immer streng nach Körpergewicht dosiert.

    Wadenwickel – ja oder nein?

    Wadenwickel können kurzfristig Linderung bringen, aber nur, wenn die Beine warm sind. Bei kalten Füßen oder Schüttelfrost belasten kühle Wickel den Kreislauf und sind kontraproduktiv. Eine lauwarme (nicht eiskalte) Anwendung über 10 Minuten reicht – danach das Kind wieder warm zudecken.

    Wann darf mein Kind wieder in die Kita?

    Faustregel: 24 Stunden fieberfrei ohne fiebersenkende Medikamente – dann ist das Kind in der Regel wieder kita-tauglich. Bei manchen Infekten (Scharlach, Hand-Fuß-Mund) gelten längere Wartezeiten. Im Zweifel beim Kinderarzt nachfragen.

    Wie lange dauert Fieber bei einem normalen Infekt?

    Die meisten viralen Infekte erzeugen Fieber über 2–4 Tage, das schrittweise sinkt. Hält Fieber länger als 3 Tage an oder steigt nach einer ruhigen Phase erneut an, sollte ein Kinderarzt schauen – das kann auf eine bakterielle Zweitinfektion oder einen anderen Verlauf hindeuten.

    Was tun, wenn das Fieber nachts plötzlich auf 40 °C steigt?

    Ruhig bleiben – 40 °C sind unangenehm, aber für sonst gesunde Kinder über 3 Monate kein automatischer Notfall. Prüfe die Alarmzeichen oben (Nacken, Atmung, Bewusstsein, Hautausschlag). Wenn keine zutreffen: viel zu trinken anbieten, leicht anziehen, ggf. ein Fiebermittel geben und beobachten. Bei 40,5 °C oder Verschlechterung: 116 117 oder 112.

    Zusammenfassung: Anrufen, Notruf oder Abwarten?

    Die kürzeste Entscheidungsregel sieht so aus:

    SituationWas tun?
    Säugling < 3 Monate, ab 38,0 °CNotruf 112 oder Notaufnahme
    Fieberkrampf, Atemnot, steifer Nacken, nicht ansprechbarNotruf 112
    Hautflecken, die sich nicht wegdrücken lassenNotruf 112
    Fieber > 3 Tage, kein Trinken, wiederholtes ErbrechenKinderarzt am selben Tag oder 116 117
    Ohrenschmerzen, Halsschmerzen, Fieber-WiederanstiegKinderarzt zeitnah
    39 °C, Kind trinkt, spielt zwischendurch, schläftBeobachten, Trinken, Ruhe

    Als Verlaufsentscheidung sieht das so aus:

    Fieber nach Alter: Schnellreferenz

    Diese Werte markieren nicht den Beginn von Fieber, sondern ab wann ärztlicher Rat sinnvoll ist.

    AlterArztkontakt abWas tun?
    0–3 Monate38,0 °CSofort zum Arzt – immer, ohne Ausnahme
    3–6 Monate39,0 °CKinderarzt noch am selben Tag kontaktieren
    6–24 Monate39,0 °CBeobachten, bei Begleitsymptomen zum Arzt
    Ab 2 Jahre39,0 °CAllgemeinzustand beobachten, Hausmittel
    Alle Alter40,5 °C+Ärztlich abklären lassen
    Alle Alter3+ Tage FieberKinderarzt aufsuchen

    Gut zu wissen: Bei Säuglingen unter 3 Monaten ist das Immunsystem noch unreif. Eine bakterielle Infektion kann sich rasend schnell verschlechtern – deshalb gilt hier ausnahmslos: lieber einmal zu oft zum Arzt als einmal zu wenig.

    Über diesen Artikel

    Quellen

    Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI erstellt und redaktionell geprüft.

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