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Kind versehentlich doppelte Dosis gegeben: Was du jetzt tun musst

Tom

Tom

Gründer von Mona

14. August 2026Zuletzt aktualisiert am 14. August 20269 Min. Lesezeit
Erschöpftes Elternteil steht nachts in der Küche, liest einen Beipackzettel, daneben Dosierspritze und Fiebersaft

Dieser Blog bietet ausschließlich Tipps, Tricks und Hinweise und ersetzt keinen Arztbesuch. Bei schwerwiegenden Symptomen sollte immer ein Arzt aufgesucht werden.

Auf einen Blick

  • Ruf bei einer Doppelgabe die Giftinformationszentrale an, statt abzuwarten — die Zentralen sind für akute Vergiftungsfälle 24 Stunden erreichbar und schätzen die Menge nach Wirkstoff und Körpergewicht ein.
  • Löse auf keinen Fall Erbrechen aus und gib keine Milch. Einem wachen Kind darfst du in kleinen Schlucken Wasser, Tee oder Saft geben.
  • Bei Bewusstlosigkeit, Atem- oder Herzstillstand gilt sofort der Notruf 112 — nicht der Giftnotruf.
Inhaltsverzeichnis
  1. Was musst du sofort tun, wenn dein Kind eine doppelte Dosis bekommen hat?
  2. Wie gefährlich ist eine doppelte Dosis Paracetamol oder Ibuprofen?
  3. Wie kommt es überhaupt zur Doppelgabe?
  4. Wie hältst du jede Medikamentengabe lückenlos fest?
  5. Was tun, wenn dein Kind die Dosis ausspuckt oder erbricht?
  6. Wie verhinderst du die nächste Doppelgabe?
  7. Häufige Fragen zur Doppelgabe von Medikamenten
  8. Muss ich sofort anrufen oder kann ich erst abwarten?

Kind versehentlich doppelte Dosis gegeben: Was du jetzt tun musst

Du hast das Zäpfchen gegeben, weil das Fieber wieder gestiegen war. Zwanzig Minuten später sagt dein Partner beiläufig, er habe vorhin schon Saft gegeben. Der Satz braucht zwei Sekunden, bis er ankommt.

Das Wichtigste vorweg: Du musst diese Situation nicht selbst bewerten. Ob die Menge relevant ist, hängt von Wirkstoff, Dosis und Körpergewicht ab — dafür gibt es die Giftinformationszentralen, und die sind für akute Vergiftungsfälle 24 Stunden erreichbar.

Was du in den nächsten Minuten tust, was du auf keinen Fall tust und wie du die Lücke schließt, durch die die Doppelgabe gerutscht ist — das liest du hier Abschnitt für Abschnitt.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Unsicherheit oder im Notfall wende dich an den Notruf 112, den ärztlichen Bereitschaftsdienst 116 117 oder deinen Kinderarzt.

Was musst du sofort tun, wenn dein Kind eine doppelte Dosis bekommen hat?

Ruhe bewahren und telefonisch Rat einholen, statt auf Symptome zu warten. Nimm die Packung und den Beipackzettel in die Hand und ruf eine Giftinformationszentrale an. Dort wird eingeschätzt, ob die Menge für dein Kind relevant ist. Warte damit nicht bis zum Morgen — die Einschätzung hängt auch davon ab, wie lange die Einnahme zurückliegt.

Sofort den Notruf 112 wählen, wenn dein Kind:

  • bewusstlos ist oder sich nicht wecken lässt
  • einen Atem- oder Herzstillstand hat
  • Krampfanfälle hat
  • sich in einer anderen lebensbedrohlichen Situation befindet

Bring ein bewusstloses Kind in die Seitenlage und flöße ihm keine Flüssigkeit ein.

Genauso wichtig ist, was du nicht tust. Versuche auf keinen Fall, das Kind auf irgendeine Art zum Erbrechen zu bringen. Gib deinem Kind auch keine Milch zu trinken, denn sie beschleunigt die Aufnahme des Giftstoffs. Einem wachen Kind darfst du dagegen in kleinen Schlucken und kleinen Mengen Wasser, Tee oder Saft geben, um den Wirkstoff im Magen zu verdünnen.

Diese Nummern gehören ans Telefon, bevor du sie brauchst:

ZentraleNummer
Berlin030 19240
Bonn0228 19240
Erfurt0361 730730
Freiburg0761 19240
Göttingen0551 19240
Mainz06131 19240
München089 19240
Österreich+43 1 4064343
Schweiz145

Am Telefon wirst du fünf Dinge gefragt: Wer (Alter, Geschlecht, ungefähres Körpergewicht), was genau eingenommen wurde, wann das war, wie dein Kind es aufgenommen hat und wie viel es ungefähr war. Genau deshalb ist die Packung so wichtig — der Wirkstoffname und die Konzentration stehen darauf, und beides brauchst du im Gespräch.

Wie gefährlich ist eine doppelte Dosis Paracetamol oder Ibuprofen?

Das lässt sich pauschal nicht beantworten, und genau das ist die ehrliche Antwort. Entscheidend sind Wirkstoff, Menge und Körpergewicht deines Kindes. In höherer Dosierung oder bei längerer Einnahme können beide Wirkstoffe die Nieren schädigen, Paracetamol auch die Leber. Deshalb zählt die Menge pro Kilogramm, nicht die Zahl der Löffel.

Wie viel Paracetamol oder Ibuprofen ein Kind einnehmen darf, richtet sich nach seinem Alter und Körpergewicht — die maßgebliche Angabe steht im Beipackzettel der konkreten Packung. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte formuliert es für beide Wirkstoffe gleich: Die Dosierung ist beim Kinder- und Jugendarzt zu erfragen, und höhere Dosierungen gehören mit der Praxis abgesprochen.

Für den zeitlichen Abstand gilt eine einfache Faustregel: Zwischen zwei Einnahmen sollten mindestens sechs bis acht Stunden liegen. Häufig reicht es aus, nur ein Mittel einzunehmen. Bei einer Kombination beider Medikamente kommt es häufiger zu einer Überdosierung — deshalb sollte ein Wechsel zwischen Paracetamol und Ibuprofen vorher mit der Ärztin oder dem Arzt besprochen werden.

Wenn du grundsätzlich unsicher bist, welches Mittel wann sinnvoll ist, haben wir das in Ibuprofen oder Paracetamol? ausführlich gegenübergestellt.

Wann hat sie zuletzt Paracetamol bekommen?

Die Frage, die nachts alle nervt. Mona trackt Dosierungen und Abstände automatisch, damit niemand doppelt gibt.

Wie kommt es überhaupt zur Doppelgabe?

Fast nie durch Unachtsamkeit im engeren Sinn. Es sind immer dieselben vier Lücken, und alle vier haben mit fehlender Information zu tun, nicht mit fehlender Sorgfalt: die Übergabe zwischen zwei Erwachsenen, der Halbschlaf mitten in der Nacht, zwei Darreichungsformen mit demselben Wirkstoff und die fehlende Uhrzeit der letzten Gabe.

Die häufigste ist die Übergabe zwischen zwei Erwachsenen. Einer gibt um 22 Uhr das Zäpfchen, geht schlafen, der andere übernimmt um zwei Uhr und sieht ein fieberndes Kind — aber keine Information darüber, was schon gelaufen ist. Die zweite Lücke ist die Nacht selbst: Im Halbschlaf verschwimmt die Erinnerung an eine Handlung, die nur zwei Minuten gedauert hat.

Dazu kommt die Darreichungsform. Zäpfchen und Saft fühlen sich wie zwei verschiedene Dinge an, obwohl derselbe Wirkstoff darin sein kann — wer beides im Haus hat, greift nachts leicht zum jeweils anderen. Und schließlich die Uhrzeit: Ohne notierten Zeitpunkt rekonstruierst du den Abstand aus dem Gefühl heraus, und Gefühl unterschätzt Zeiträume in der Nacht zuverlässig.

Wie hältst du jede Medikamentengabe lückenlos fest?

Vier Angaben verhindern praktisch jede Doppelgabe: Uhrzeit, Wirkstoff, Dosis und wer gegeben hat. Die letzte davon wird fast immer vergessen und ist in einem Haushalt mit zwei Erwachsenen die wichtigste. Entscheidend ist außerdem der Zeitpunkt des Eintrags — er gehört an die Gabe selbst, nicht an das Aufräumen danach.

Genau dafür ist das Medikamenten-Log in Mona gebaut. Du tippst die Gabe mit Uhrzeit direkt nach dem Löffel ein, bevor du das Kind wieder hinlegst — und wenn dein Partner mitliest, sieht er den Eintrag, bevor er selbst zur Packung greift. Der Zettel auf der Küchenablage kann das nicht: Er liegt nachts um zwei im dunklen Nebenzimmer, und niemand macht dafür Licht.

Beim nächsten Arztkontakt zahlt sich derselbe Eintrag noch einmal aus. Der Kinderarzt fragt: Was genau hat dein Kind bekommen, wie viel, wann zuletzt, und wie oft in den vergangenen 24 Stunden? Genau diese vier Antworten stehen dann schon in deinem Verlauf, statt dass du sie um sieben Uhr morgens aus dem Gedächtnis rekonstruierst.

Der Kinderarzt fragt. Du kannst antworten.

Symptomverlauf, Fieberkurve, letzte Medikamente: Mit Mona hast du alles in Sekunden parat, statt aus dem Gedächtnis zu raten.

Was tun, wenn dein Kind die Dosis ausspuckt oder erbricht?

Nicht einfach nachdosieren. Wenn dein Kind kurz nach der Einnahme erbricht, frag in der kinderärztlichen Praxis nach, ob und wann nachgegeben werden darf. Das gilt auch dann, wenn du sicher bist, dass „das meiste eh wieder rausgekommen ist“ — wie viel Wirkstoff aufgenommen wurde, lässt sich von außen nicht abschätzen.

Dieselbe Regel gilt in die andere Richtung. Hast du eine Anwendung vergessen, gib deinem Kind zum Ausgleich keinesfalls beim nächsten Mal die doppelte Dosis; das könnte eine gefährliche Überdosierung verursachen. Ausgelassen bleibt ausgelassen — der nächste reguläre Zeitpunkt zählt.

Notiere auch die Gabe, die schiefging. Ein ausgespucktes Zäpfchen oder ein erbrochener Saft gehört mit Uhrzeit in den Verlauf, sonst entsteht genau daraus die nächste Unsicherheit: War das jetzt eine Gabe oder keine?

Wie verhinderst du die nächste Doppelgabe?

Der wirksamste Hebel ist eine feste Zuständigkeit. Legt vor der Nacht fest, wer die Medikamente gibt — und zwar bis zum Morgen, nicht abwechselnd nach Wachphasen. Wer übernimmt, liest zuerst den letzten Eintrag und greift erst danach zur Packung. Zwei weitere Gewohnheiten fangen den Rest ab.

Zweitens: Mach Licht an, bevor du dosierst. Im Halbdunkeln wird in der Dosierspritze schnell die falsche Menge aufgezogen, und der Küchenlöffel ist ohnehin kein Messgerät. Nimm die Dosierhilfe, die zur Packung gehört.

Drittens: Trage die Gabe ein, bevor du das Kind zurücklegst — nicht danach. Der Eintrag danach ist der, der vergessen wird. Lass dich außerdem von deinem Kinderarzt oder deiner Kinderärztin beraten, wie du deinem Kind das Medikament am sichersten gibst, wenn dabei regelmäßig etwas schiefgeht.

Häufige Fragen zur Doppelgabe von Medikamenten

Muss ich sofort anrufen oder kann ich erst abwarten?

Ruf an, statt abzuwarten. Die Giftinformationszentralen sind für akute Vergiftungsfälle 24 Stunden erreichbar, und in die Einschätzung geht auch ein, wie lange die Einnahme zurückliegt. Wartest du bis zum Morgen, fehlt dieser Spielraum. Wirkt dein Kind bereits schwer beeinträchtigt oder ist es bewusstlos, wähle direkt die 112.

Was ist, wenn es nur ein bisschen zu viel war?

Auch das klärt der Anruf, und zwar schneller als jede Suchmaschine. Die Bewertung hängt von Wirkstoff, Menge und Körpergewicht ab, und diese Rechnung macht die Zentrale mit dir am Telefon. Halte Packung und Beipackzettel bereit, dazu das ungefähre Gewicht deines Kindes und den Zeitpunkt der beiden Gaben.

Darf ich Paracetamol und Ibuprofen abwechselnd geben?

Häufig reicht es aus, nur ein Mittel einzunehmen. Bei einer Kombination beider Medikamente kommt es häufiger zu einer Überdosierung, deshalb sollte ein Wechsel vorher mit der Ärztin oder dem Arzt besprochen werden. Entscheidest du dich nach ärztlicher Rücksprache dafür, notiere jede einzelne Gabe mit Wirkstoff und Uhrzeit — sonst verlierst du den Überblick über zwei parallele Abstände.

Wie lange muss zwischen zwei Gaben liegen?

Zwischen zwei Einnahmen sollten mindestens sechs bis acht Stunden liegen. Die verbindliche Angabe für dein konkretes Präparat steht im Beipackzettel, weil sich Konzentration und Darreichungsform unterscheiden. Im Zweifel gilt die Auskunft der kinderärztlichen Praxis, nicht die Faustregel.

Ich habe eine Dosis vergessen — darf ich beim nächsten Mal doppelt geben?

Nein. Gib deinem Kind zum Ausgleich keinesfalls beim nächsten Mal die doppelte Dosis, das könnte eine gefährliche Überdosierung verursachen. Mach mit dem nächsten regulären Zeitpunkt weiter. Wenn du unsicher bist, ob die vergessene Gabe den Verlauf beeinflusst, frag in der Praxis nach.

Woran erkenne ich, dass mein Kind eine Überdosierung nicht verträgt?

Verlass dich nicht auf dieses Signal. Ob eine Menge relevant ist, entscheidet sich über Wirkstoff, Dosis und Körpergewicht — nicht darüber, wie dein Kind gerade wirkt. Deshalb gehört der Anruf bei der Giftinformationszentrale an den Anfang und nicht ans Ende. Bei Bewusstlosigkeit oder Atemproblemen gilt ohne Umweg die 112.

Was, wenn wir nicht sicher sind, ob überhaupt doppelt gegeben wurde?

Behandle es wie eine Doppelgabe und ruf an. Am Telefon ist „wir sind uns nicht sicher“ eine völlig übliche Auskunft, und die Zentrale rechnet mit dem ungünstigeren Fall. Danach ist der wichtigere Schritt, die Lücke zu schließen: Ab dem nächsten Fieberschub wird jede Gabe mit Uhrzeit eingetragen, damit diese Frage gar nicht mehr entsteht.

Zusammenfassung: 112, Giftnotruf oder beobachten?

SituationWas tun?
Kind bewusstlos, krampft oder atmet nicht normalNotruf 112
Doppelte Dosis gegeben, Kind ist wach und ansprechbarGiftinformationszentrale anrufen, Packung bereithalten
Unsicher, ob doppelt gegeben wurdeWie eine Doppelgabe behandeln und anrufen
Dosis ausgespuckt oder erbrochenNicht nachdosieren, in der kinderärztlichen Praxis nachfragen
Regulärer Abstand eingehalten, alles ruhigBeobachten und jede Gabe mit Uhrzeit in Mona festhalten